Bildungsgerechtigkeit (k)ein Thema?
Inklusion – Ja aber…
Längeres gemeinsames Lernen – ja oder nein?
A13 für Lehrkräfte der Grundschulen?
im März 2026 stehen Landtagswahlen in Baden-Württemberg an. Je nachdem, welche Parteien dann regieren werden, wird das unterschiedliche Auswirkungen auf die Bildung in den Grundschulen des Landes haben.
Darum schrieben wir im November 2025 die vier im Landtag vertretenen demokratischen Parteien CDU, SPD, FDP und GRÜNE mit einem Katalog von 14 grundschulspezifischen Themen an und um baten um Antworten. Unser Ziel war es zu erfahren, welche Pläne in Bezug auf die Grundschulen die Parteien haben.
So ging es u.a. um die Themen wie
- längeres gemeinsames Lernen
- Umsetzung der Inklusion
- Einführung der Ganztagesbetreuung,
- finanzielle und personelle Ressourcen für die Grundschulen,
- Besoldung der Grundschullehrkräfte,
Die Antworten der Parteien fielen in Teilen sehr unterschiedlich aus. So z.B. fand sich in Bezug bei der Frage zur Besoldung der Grundschullehrkräfte die Spannweite von „wir werden A 13 für die Grundschule so schnell wie möglich einführen“ bis zu „eine Aufstiegsperspektive nach A 13 für Lehrkräfte mit der Befähigung für das Lehramt Grund- und Hauptschule, die überwiegend in der Sekundarstufe unterrichten [ist für uns] prioritär.“
Die Positionen der Parteien haben wir in Tabellenform gegenübergestellt, so dass sie die Fragen und Antworten, auch in Bezug zu den einzelnen Wahlprüfsteinen, vergleichen und sich ihre eigene Meinung dazu bilden können. Downloaden Sie hier den Gesamtüberblick.
Mit Hilfe von ChatGPT 5.2 haben wir die Positionen der vier Parteien zusammengefasst. Das so gelieferte Ergebnis können Sie hier, in einem kurzen KI-generierten Überblick schnell erfassen. Wir möchten Sie jedoch wirklich ermuntern, die ausführlichen Darstellungen auf unserer Website herunterzuladen.
Hier nun die KI-generierte Kurz-Zusammenfassung der Antworten
FDP / DVP
Die FDP möchte die Grundschule als leistungsorientierten Lernort weiterentwickeln und setzt dabei auf individuelle Förderung, Differenzierung und Vergleichbarkeit schulischer Leistungen. Bildungsziele versteht sie vor allem als Sicherung fachlicher Kompetenzen und als Vorbereitung auf weiterführende Bildungswege.
Im Bereich Inklusion und Demokratie erkennt die FDP inklusive Bildung grundsätzlich an, betont jedoch, dass diese nur dann umgesetzt werden soll, wenn die notwendigen personellen und sächlichen Ressourcen vorhanden sind. Eine pauschale Ausweitung inklusiver Beschulung lehnt sie ab.
Ein längeres gemeinsames Lernen über die Grundschule hinaus lehnt die FDP ab. Sie sieht das bestehende gegliederte Schulsystem als leistungsfördernd an und möchte daran festhalten.
Bezüglich der Arbeitsbedingungen von Lehrkräften spricht sich die FDP für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen aus, betont jedoch Leistungsanreize und Funktionsstellen. Eine pauschale Einführung von A13 für alle Grundschullehrkräfte wird nicht eindeutig befürwortet, sondern an zusätzliche Aufgaben, Qualifikationen oder Funktionen geknüpft.
Insgesamt setzt die FDP auf Effizienz, Eigenverantwortung der Schulen und digitale Unterstützungssysteme, ohne grundlegende strukturelle Reformen vorzunehmen.
SPD
Die SPD möchte die Grundschule gezielt als Ort der Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit stärken. Zentrale Bildungsziele sind für sie der Abbau sozialer Ungleichheiten und die bestmögliche Förderung aller Kinder unabhängig von ihrer Herkunft.
Im Bereich Inklusion und Demokratie versteht die SPD Inklusion als gesellschaftlichen Auftrag. Sie betont, dass inklusive Bildung nur mit ausreichenden Ressourcen, multiprofessionellen Teams und zusätzlichen Unterstützungsstrukturen gelingen kann.
Ein längeres gemeinsames Lernen wird von der SPD grundsätzlich positiv bewertet. Sie sieht darin eine Möglichkeit, frühe Selektion zu reduzieren und Bildungsbiografien offener zu gestalten.
Hinsichtlich der Arbeitsbedingungen von Lehrkräften spricht sich die SPD klar für eine Gleichstellung der Grundschullehrkräfte mit A13 aus. Dies wird als Frage der Anerkennung, der Attraktivität des Berufs und der Gleichwertigkeit der Ausbildung verstanden.
Darüber hinaus setzt die SPD auf kleinere Lerngruppen, zusätzliche Fachkräfte und eine stärkere Unterstützung der Schulen in sozial herausfordernden Lagen.
CDU
Die CDU möchte die Grundschule als stabiles Fundament des Bildungssystems sichern und legt besonderen Wert auf den Erwerb von Basiskompetenzen, insbesondere in Sprache und Mathematik. Bildungsziele werden klar leistungs- und kompetenzorientiert formuliert.
Im Bereich Inklusion und Demokratie erkennt die CDU inklusive Bildung an, betont jedoch, dass diese nur dort umgesetzt werden soll, wo sie organisatorisch und personell leistbar ist. Die Qualität des Unterrichts soll dabei nicht gefährdet werden.
Ein längeres gemeinsames Lernen lehnt die CDU ab. Sie hält an der frühen Differenzierung und am gegliederten Schulsystem fest.
Bezüglich der Arbeitsbedingungen verweist die CDU auf Maßnahmen zur Entlastung und Unterstützung von Lehrkräften. Eine flächendeckende Einführung von A13 für alle Grundschullehrkräfte wird nicht klar zugesagt, sondern an finanzielle Spielräume und strukturelle Voraussetzungen gebunden.
Zentral ist für die CDU zudem die verbindliche Sprachförderung, etwa durch Programme wie SprachFit, die insbesondere auf den Erwerb der deutschen Sprache ausgerichtet sind.
BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN
BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN möchten die Grundschule als entscheidenden Ort für Chancengleichheit, Demokratiebildung und gesellschaftliche Teilhabe weiterentwickeln. Bildungsziele sind für sie eng mit sozialer Gerechtigkeit und individueller Förderung verbunden.
Im Bereich Inklusion und Demokratie verstehen die Grünen Inklusion als verbindliches Menschenrecht im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention. Sie setzen sich für eine konsequente Umsetzung inklusiver Bildung ein und betonen die Notwendigkeit zusätzlicher Ressourcen und multiprofessioneller Teams.
Ein längeres gemeinsames Lernen wird ausdrücklich befürwortet. Die Grünen sehen darin einen zentralen Hebel zur Reduzierung sozialer Ungleichheit und früher Auslese.
Hinsichtlich der Arbeitsbedingungen von Lehrkräften sprechen sich die Grünen klar für A13 für alle Grundschullehrkräfte aus. Dies wird als Frage der Gleichstellung, der Anerkennung der Profession und der Attraktivität des Lehramts verstanden.
Darüber hinaus betonen die Grünen die Bedeutung von Mehrsprachigkeit als Ressource, einer stärkeren Schulentwicklung und struktureller Reformen zur nachhaltigen Verbesserung des Bildungssystems.


